V E R E I N E

Impressum Schulhellerverein Kunnersdorf – gegründet 1902

 

Der Schulhellerverein konstituierte sich am 4. Mai 1902 zu dem Zweck, armen Schülern zu helfen, sei es durch Schulspeisung, Beiträgen zur Anschaffung von Lehrmitteln wie Bücher u. dgl. und Kleidung. Er ging irgendwann Ende der zwanziger oder Anfang der dreißiger Jahre in den Verein der Kinder- und Schulfreunde über. In den dreißiger Jahren zählte der Verein um die 500 Mitglieder. Der Mitgliedsbeitrag betrug 4,– Kronen/Jahr. Diese Mitgliedsbeiträge und zahlreiche Spenden ermöglichten dem Verein ziemliche Hilfestellungen in der damals sehr schlechten, arbeitslosen Zeit. Am bekanntesten ist die Schulspeisung. Frauen und Mädchen stellten sich für das Bereiten warmer Suppen kostenlos zur Verfügung und haben bis 1938 zu aller Zufriedenheit ihren freiwilligen Dienst ausgeführt, der in zahlreichen Berichten sehr lobenswert erwähnt wurde. Den Kindern hat die tägliche warme Suppe sehr gut getan und die heute noch lebenden denken in Dankbarkeit an diese Zeit zurück.

 

  Freiwillige Helferinnen bei der Schulspeisung
Freiwillige Helferinnen bei der Schulspeisung
   

Freiwillige Feuerwehr – gegründet 1882

 

Die Kunnersdorfer Freiwillige Feuerwehr wurde 1882 mit 20 Mitgliedern gegründet. Die Mitgliederzahl wuchs schnell und betrug um die Jahrhundertwende bereits mehr als 55.

Der erste Kommandant war Karl Weber. Laut Berichten aus den zwanziger Jahren war die Kunnersdorfer Freiwillige Feuerwehr bestens ausgerüstet. Im Laufe der Jahre hat sie mit den Wehren in Schimberg und Hohenofen gemeinsam vieles bewerkstelligt und neben vielen Ordnungsarbeiten, kleineren Bränden, auch Wald- und Fabrikfeuer erfolgreich bekämpft, hat Wachmannschaften aufgestellt und sorgte allenthalben für Zufriedenheit. Gesellschaftlich war die FF ein fester Begriff in Kunnersdorf, ihre Feste größerer und kleinerer Art waren beliebt und stets gut besucht.

 

   Freiwillige Feuerwehr 1932
 

 

Feuerwehrhaus am Eingang zur Ziegengasse

Das Feuerwehrhaus am Eingang zur Ziegengasse. Angebaut an das Feuerwehrhaus war die Tabaktrafik Weigel. Dahinter beginnt die Lindenallee mit dem Dorfplatz. Rechts Einblick in die untere Dorfstraße bis zum Gemeindeamt. Die Bezirksstraße führt hier weiter nach Bartelsdorf beziehungsweise über Feldwege, die auf der Straße Bartelsdorf/Seestadtl münden, nach Seestadtl.

 

Oben: Die Freiwillige Feuerwehr 1932 –

Untere Reihe sitzend: Ferd. Tippmann, Sanitäter, Franz Gallert Hornist, Karl Kämpf, Hornist, Eduard Schwabe, Sanitäter –

2. Reihe sitzend: Ernst Reißmann, Josef Schmotz, Karl Ulbrich, Josef Kupferschmied, Franz Hortig, Karl Schwab Bürgerm., Josef Eichhorn, Ferd. Müller, Eduard Linke, Ferd. Nickl, Ferd. Bittner, Oswald Hortig –

3. Reihe v.l.n.r.: ? Friedmann, Josef Schwabe, Ernst Agert, Josef Nitsche, Willi Tippmann sen., Franz Schmotz, Rudolf Reichl, Albin Kölner, Josef Schulz, Julius Kowarschik, Karl Müller, Franz Schubert, Alfred Hofer –

4. Reihe v.l.n.r.: Karl Jugl, Karl Schwab jun., Anton Hennrich, Josef Müller, Gustav Schmied, ? Müller, Rudolf Stangl, Karl Hönl, Josef Weinelt, Josef Faßmann, Hermann Reim, Josef Thiel

 

 

   

 

Gediente Soldaten – gegründet 1931

 

oder auch Unterstützungsverein "Heimatsöhne im Weltkriege" Ortsgruppe Kunnersdorf, nannte sich ein Verein, der neben dem Gedenken an die im ersten Weltkrieg gefallenen Kameraden Vortragsabende mit honorigen Veteranen auch lustige Veranstaltungen ausrichtete, deren Reinerlös stellenlosen Mitgliedern oder Waisenkindern zukamen.

 

     

Krankenunterstüzungsverein – ?

 

1935 zählten zu diesem Verein 54 Männer und 19 Frauen. Er unterstützte Familien von Kranken, gab Zuschüsse zu Beerdigungen und beteiligte sich auch an der Suppenspeisung der Schulkinder. Außer dem Vereinsbeitrag erhielt der Verein Gelder aus sogenannten 10-Minuten-Sammlungen bei Bällen und Veranstaltungen.

 

     

 

Deutscher land- und forstwirtschaftlicher Verein für Kunnersdorf und Umgebung – gegründet 1902

 

Der Mitgliedsbeitrag betrug 5,– Kronen jährlich. Er diente dem Zweck des gegenseitigen Austauschs, sowohl in Bezug auf landw. Maschinen, landw. Erfahrungen als auch auf landw. Preise. Außerdem kaufte dieser Verein notwendige Dünge- und sonstige Mittel in größeren Mengen mit verbilligtem Preis, die dann von den einzelnen Mitgliedern in kleineren Mengen günstig erworben werden konnten. Auch größere teuere Maschinen wurden angeschafft und konnten den Mitgliedern leihweise gegen einen Mietpreis zur Verfügung gestellt werden. Waren diese Maschinen veraltet, wurden sie von dem Verein wieder abgestoßen.

 

Der Einführung von außen von billigerer Milch wurde auf Intervention des Vereins dergestalt entgegengewirkt, als man mit den Mitgliedern einen um 20 Heller billigeren Literpreis vereinbarte.

Laut Viehzählung am 23. Januar 1934 standen in Kunnersdorf: 1 Stier, 91 Kühe, 25 Kälber, 17 Kalbinnen, 33 Ochsen, 64 Schweine, 156 Ziegen und 14 Pferde, diese Zahlen veränderten sich im Laufe der Jahre nur unwesentlich. Im Januar 1936 faßte man einen dreitägigen Viehhaltungs- und Melklehrgang ins Auge. Ob dieser Lehrgang jemals stattfand, ist nicht mehr zu ermitteln.

 

Dem land- und forstwirtschaftlichen Verein schloß sich ein Jagdausschuß an, dessen Mitglieder: die Herren Karl Schwab als Obmann, Josef Hohnl, Franz Raika, Josef Schmotz und Albin Köllner.

Die Jagden wurden im Herbst im Offertwege vergeben.

 

     

 

Eine Unterabteilung des land- und forstwirtschaftlichen Vereins war die

 

Imkersektion – gegründet 1907

 

die am 7. August 1907 ins Leben gerufen wurde, ihr Obmann: Alois Dienelt, der 1936 in Anerkennung seiner Verdienste um die Bienenzucht in Kunnersdorf die "Goldene Ehrenbiene" vom Zentralausschuß des bienenwirtschaftlichen Landesvereins erhielt. Dieser Verein lud mehrfach Experten zu Vorträgen ein und legte viel Wert auf eine gute "Königinnenzucht". Des öfteren besuchte die Imkersektion auch Imkerstände in Nachbarorten wie Ulbersdorf, Eisenberg u.a.

      Züchter Mühlfait G.  

Einer der Bienenzüchter war Franz Heger, der sehr viele Bienenvölker besaß, ein anderer Josef Mühlfait, dessen stattliches Bienenhaus hier zu sehen ist. Beide Bienenzüchter wohnten in enger Nachbarschaft auf der Hütte in der Nähe des Pacher-Bäckers. Ferner besaß auch das Ehepaar Dolanski im oberen Dorf Bienenvölker.

Bild des Züchters Mühlfait G.

     

 

Deutscher Kulturverband – gegründet 1929

 

wurde am 26. März 1929 zum Schutze des Deutschtums gegründet. 34 Mitglieder zählte der Verein am Gründungstag. 4,– Kronen/Jahr betrug der Beitrag. In den dreißiger Jahren schloß sich dieser Verband mit dem Bund der Deutschen zusammen.

 

  Startseite  

 

Ferner gab es noch folgende Vereine, über die keine Belege aufzufinden waren, der Ordnung halber aber erwähnt werden sollten:

 

Veteranenverein – gegründet 1902

Bund der Deutschen – gegründet 1911, 1930 beendet

Kath. Frauen- und Mädchenbund – gegründet 1922

Verein Angehöriger römisch-katholischer Kirche – gegründet 1924

Rauchclub (Gemütlichkeitsverein) – gegründet 1928

Kleintierzucht- und Tierschutzverein – gegründet 1929

Rad- und Kraftfahrerverein – gegründet 1931

Arbeitergesangverein – ?

Jung-Hage-Bund – gegründet 1934