T E I C H E um K U N N E R S D O R F

  Impressum    Wenn man einen Kunnersdorfer im oberen Dorf  fragte "welchen Teich kennst Du", dann lautete die Antwort  bestimmt so: "nu, holt dr Bruchteich, dann dr Rotlannerteich, dr Staateich, ´s gibt schu nuch ä poor mehr, awer su schnell kummich nich drauf". Und einer aus dem unteren Dorf wird den "Tropschugteich zeerscht sogn" und den "Staateich", dann den Bruchteich, er wird auch den Fiedler Teich erwähnen, vielleicht auch die Bartelsdorfer Teiche, an deren Rand zum Dorf hin eine Badeanstalt eingerichtet war, die aus der ganzen Umgebung besucht wurde.

 

Der Bruchteich gehörte eigentlich nach Schimberg. Aber alle Kunnersdorfer haben ihn sozusagen vereinnahmt. Die Kinder badeten gerne darin und die Eltern waren nicht ängstlich, sie dort baden zu lassen, denn er war seicht, allerdings auch sehr schlammig, aber Schlamm kann man abwaschen! Vor 1900 hatte man in dem ihn nach dem Seeberg hin säumenden Bergl, seit jeher "Kerschbergl" genannt, nach Alaun gegraben, dann aber den Stollen wegen Unrentabilität verfallen lassen. Die Erde über den ausgeraubten Stollen senkte sich, so daß das Grundwasser hochkommen konnte. Sehr zur Freude aller Kinder.

Es gibt auch ein kleines Liedchen vom Bruchteich, es fing so an: "Im Schimmericher Bruchteich schwimmt ä grußer Fisch" . . .

Sicher kann jemand noch die ganze Strophe, bitte einsenden. Man erzählte sich, daß ein paar übermütige Burschen einen großen Holzfisch geschnitzt haben und diesen dann an einem unsichtbaren Seil durch den Bruchteich zogen, so daß viele Leute sehr zum Gaudi der Jungen wirklich glaubten, solch ein großes Tier hätte sich in den Bruchteich verirrt, bis einer sich den Fisch wirklich ansah.

In den letzten Kriegsjahren hatte man den  Stollen dieses Bergls zu einem Luftschutzkeller ausgebaut, den die Familien aus dem oberen Dorf mit ihren Kinder des öfteren aufsuchen mußten.

 

Der Rotländerteich - Rotlannerteich - war zwischen Kunnersdorf und Neudorf, ein durch den Kohlenabbau hochgekommenes Grundwassergebiet, nicht sehr groß, aber doch ziemlich tief, dorthin gingen meist die Jugendlichen, die gut schwimmen konnten.

 

Ein weiterer Grundwasserteich war der Steinteich - Staateich - zwischen Kunnersdorf und Seestadtl. Er war sehr groß. Viele Familien sowohl von Kunnersdorf als auch von Bartelsdorf und Seestadl verbrachten dort die heißen Sonntage.

Leider haben wir von beiden Teichen keine Bilder. Sollte jemand von Ihnen aus dem Nachlaß der Eltern welche besitzen, wäre es doch schön, diese hier zu veröffentlichen.

 

Ja, und der Tropschugteich, der auf dem letzten Bild zu sehen ist, war mitten im Dorf, er diente zwar auch der Freizeitgestaltung, sei es durch Schwimmen oder Kahnfahren, aber zur Hauptsache als Nutzwasser für Mühle und zum Eisen.

 

Zu guter Letzt die Teiche zwischen Bartelsdorf und Seestadtl, deren Bartelsdorfer Seite zu einer sehr schönen Badeanstalt ausgebaut wurde und auch von weither besucht wurde.

 

  Hier ein Badetag in den zwanziger/dreißiger Jahren, der Kleidung nach zu urteilen. Rechts oben ist der Weg Schimberg/Hütte und links das "Kerschbergl". In diesem Sommer schien der Teich sehr ausgetrocknet zu sein. In ganz heißen Sommern konnte er auch total ausgetrocknet sein.

Badetag in den zwanziger/dreißiger Jahren

Unten der Bruchteich von der Hütte aus gesehen, hinten die ersten Bauernhäuser von Schimberg.

 

Bruchteich von der Hütte aus gesehen.

 

Bruchteich von Schimberg aus gesehen mit dem Hintergrund Hütte (leider nur ein Haus)

 

Bruchteich von Schimberg aus gesehen.

Unten: Der Fiedlerteich war auf der Hort  in der Nähe vom Luftschacht Perner, zwischen Turnplatz und Eisenberg. Ein sehr romantisch gelegenes Wässerchen, aber im Allgemeinen nicht sehr bekannt. Beim Spazierengehen verschnaufte man gerne dort.

 

Fiedlerteich Uferbereich

 

Fiedlerteich mit Ruderboot

 

  Startseite   Und da gerade von einer Badeanstalt die Rede ist, sei das winzig kleine Schwimmbad von Schimberg genannt, das zum Weißgasthaus gehörte. Viele der Älteren werden sich noch gern daran erinnern. Es war zwar kein Teich, sondern ein extra gebautes Badebassin am Rande des Wachberges. Man konnte Badekabinen zum Umziehen benutzen und das Gelände Wachberg wurde stufenweise mit Liegewiesen ausgestattet. An heißen Sommer-Sonntagen hatte man den Eindruck, daß mehr Menschen als Wasser in diesem Bassin waren, aber trotzdem gingen vor allem Kinder und Halbwüchsige gern dorthin.