S C H U L E N

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Deutsche Schule

Bis zur Errichtung einer Schule in Kunnersdorf, mußten Kunnersdorfer Kinder in Neudorf zur Schule gehen, das war etwa Anfang des 19. Jahrhunderts. Neudorf lag südlich von Kunnersdorf in Richtung "Lond" (afn Lond nannte man die Gegend hinter Neudorf Richtung Trupschitz, Schößl, Richtung Egergraben), der Schulweg betrug eine gute halbe Stunde, der Weg dahin ging über ebenes Feld, was im Winter Schneewehen und Ungemach bedeutete. Deshalb richtete man in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein kleines Haus gegenüber der Kapelle als Schule ein (später bewohnte dieses Häuschen die Familie Böttcher, es wurde jedoch Anfang der vierziger Jahre abgerissen).

1. Schule Kunnersdorfs, Beginn des 19. Jahrhunderts

2. Schule Kunnersdorf, 1812 erbaut
Die erste Schule Kunnersdorfs befand sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts zwischen Jugl-Schmiede und Tropschug-Mühle Die zweite Schule, bereits 1812 hinter dem Feuerwehrgerätehaus/Ecke Ziegengasse (links) erbaut,  rechts der Anbau ist die Weigel-Tabaktrafik
Beim Anschluß der Ziegengasse an die Hauptstraße im Jahre 1812 baute man ein neues Schulgebäude mit 1 Schulklasse, gleichzeitig war in diesem Haus auch ein Zimmer für den Lehrer vorhanden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde diese einklassige Schule zu einer zwei- und dreiklassigen erweitert. Wegen der Zunahme der Schulpflichtigen beschloß die Gemeinde 1905 wieder eine neue Schule zu bauen. 1907 war sie fertig und konnte als siebenklassig eröffnet werden. In den Folgejahren kam bis zum 5. Schuljahr je eine Parallelklasse hinzu.

 

Die 7klassige deutsche Volksschule, 1907 eröffnet

1907 eröffnete die 7klassige deutsche Volksschule (daneben Käserei Laube)

 

Somit besaß Kunnersdorf schon unmittelbar nach der Jahrhundertwende eine Zentralschule im heutigen Sinne, denn zum Kunnersdorfer Schulsprengel gehörten auch die Nachbardörfer Schimberg und Hohenofen. Sie war sehr gut ausgestattet, hatte ein oberes Stockwerk, einen sehr gut ausgerüsteten Turnsaal mit Umkleideraum, der von der Schulseite und von außen begehbar und somit auch für Vereine zur Benutzung zugänglich war. Des weiteren befanden sich im Erdgeschoß ein schöner großer Handarbeitssaal, das Zimmer des Oberlehrers und das der Schuldienerin Schmieder; eine Zeit lang auch die Räume der Reiffeisenkasse bis diese später ihr eigenes Gebäude erhielt. Im Kellergeschoß befand sich eine vorzüglich ausgerüstete Küche, die Kochunterricht für die oberen Jahrgänge ermöglichte und auch für die Schulspeisung von großem Nutzen war.

Die Leitung dieser Schule hatte seit 1920 der Oberlehrer Karl Liewald. Der schon seit einiger Zeit hier tätig gewesene Lehrer Ernst Fischer übernahm nach dessen Pensionierung die Schulleitung und behielt sie bis zum Kriegsende.

Hier die jeweilig wechselnden Lehrkörper der deutschen Schule, soweit Bilder vorhanden. Die Namen der Lehrer sind nur zumTeil noch geläufig: Liewald Oberlehrer, Fischer Oberlehrer, Härtl-Lehrer, Löw-Lehrer, Tietze-Lehrer, Weigel-Freiln, Ansorge-Freiln, Laube-Freiln. Von allen Lehrern lebt unseres Wissen nur noch die "Laube-Freiln", und zwar 90jährig in Groß-Gerau.

 

Lehrer der deutschen Schule
Lehrer der deutschen Schule
Lehrer der deutschen Schule

Tschechische Schule

Nach der Gründung der Tschechoslowakischen Republik war für die Kinder der tschechischen Minderheit kein tschechischer Unterricht möglich, sie mußten entweder deutsche Schulen besuchen oder zu Fuß nach Seestadtl zur Schule gehen, was für Schulanfänger außerordentlich strapaziös gewesen wäre. Eltern dieser Kinder (man zählte 44 Schüler) beantragten deshalb die Errichtung einer tschechischen Schule, die genehmigt wurde und am 1. 9. 1919 eröffnet werden sollte. Diese einklassige Schule war zunächst im Gemeindehaus untergebracht, das jedoch zu diesem Zeitpunkt in einem sehr schlechten Zustand war. Außerdem hatte man keinen tschechischen Lehrer. So kam es, daß der tschechische Unterricht erst am 7. 2. 1920 begann.

Wegen dieses sehr schlechten Zustandes der Unterkunft beantragten die Eltern den Bau einer neuen Schule, die dann zwischen der Kapelle und dem Anwesen des Josef Jugl auf dem Weg nach Neudorf entstand. Diese Schule besuchten auch einige deutsche Kinder. Zunächst war sie nur einklassig, später nahm man eine Erweiterung vor.

Dieses Haus beherbergte zeitweilig auch einen Kindergarten.

 

Tschechische Schule

Tschechische Schule

   

 

       
       
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Höhere Schulen

Die nächsten höheren Schulen waren in Görkau oder Seestadtl. Und zwar jeweils eine sogenannte Bürgerschule. Vergleichbar wären diese Schulen mit dem Niveau der heutigen Realschulen. Wollten Schüler aus dem oberen Dorf eine solche Schule besuchen, gingen sie nach Görkau, weil der Weg kürzer war als nach Seestadtl, die meistens von den Kindern aus dem unteren Dorf vorgezogen wurde. Die  nächsthöheren Schulen als Vorbereitung auf ein Studium oder eine akademische Laufbahn, waren in der Kreisstadt Komotau das Gymnasium, die Lehrerbildungsanstalt, die Staatsgewerbeschule für  Maschinenbauer und die Handelsschule für wirtschaftlich Interessierte. Die Bürgerschulen konnten meist zu Fuß erreicht werden, während der Weg in die Kreisstadt zu weit war. Dorthin fuhren die Jugendlichen mit der Eisenbahn.

 

Bürgerschule Görkau

 

 

Gymnasium Komotau

 

Das Gymnasium in Komotau